Lyrik & Saxophon

Lyrischer Spaziergang durch den Frankfurter Stadtteil Nieder-Erlenbach mit Gedichten von Klaus Pabel*, gelesen und gesungen von Gisela Pabel-Rüger und musikalisch interpretiert von Elke  Lange-Helfrich mit dem Saxophon

Lyrik & Saxophon 2015

Lyrik & Saxophon 2015


Es wird 2017 keine weiteren Rundgänge mehr geben. Wenn Sie Interessen an dem Gedichtband haben, können Sie mich gern kontaktieren. Oder den Verein Nieder-Erlenbacher Bürger, dem ich Bücher für weitere Projekte zur Verfügung stelle.

 


*Klaus Pabel

Ja wo leben wir denn

Gedichte aus Nieder-Erlenbach, Frankfurt 2003

Nieder-Erlenbach von Osten

Wanderer,
Kommst du nach Nieder-Erlenbach,
So nimm nicht den Weg von unten,
Nicht von der Autostraße,
Nimm den Weg von Dortelweil,
Wo jetzt die Vilbeler Häuser bauen
Wie Bauern ihre Rüben stecken -
Dicht an dicht.

Hast du die Höhe erreicht
Und lenkst deine Schritte ins Tal
Des Erlenbachs,
Verlässt du die Felder und trittst
In den Schatten von Hecken und Bäumen-

Verweile! Du blickst in ein altes Bild:
Von grünem Gewölbe umrahmt,
Hat sich ein wehrhafter Kirchturm
Turmhaubenmäßig gewappnet und sticht,
Als laure der Feind oben,
Himmelwärts ins Blaue.
Nun schlendre hinein.

So muss man in früheren Zeiten
Ins Dorf gekommen sein:
Von oben einschwebend wie Boten des Himmels,
Im Blick die Kirchturmspitze allein,
Als gäbe es sie nur und nichts,

Nichts, nichts daneben.

 

 

Kaff

Was geht eigentlich ab hier?
Eine Baugrube wird ausgehoben.
Eine Mutter ruft ihre Göre nach oben.
An der Bushaltestelle liegen Schüler und warten.
Eine junge Familie sucht Wohnung mit Garten.
Ein Radfahrer schlingert, stürzt aber nicht.
Ein Laden macht schon wieder dicht.
Ein Kind will schreiend sein versprochenes Eis.
Den Brötchen beim Bäcker ist die Luft zu heiß.
Ein Hund mit Herrchen ist viel zu dick.
Der Mann auf der Bank hat alles im Blick.
So viele Dramen.


*Klaus Pabel, Ja wo leben wir denn. Gedichte aus Nieder-Erlenbach. Frankfurt 2003